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Gesundheitsnews



Schulungskoffer jetzt preisgekrönt
„Koffer voller Wissen“ mit Präventionspreis ausgezeichnet

Das Projekt „Ein Koffer voller Wissen: Mundpflege in der Pflege“ der Bayerischen Landeszahnärztekammer (BLZK) – unterstützt von der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Bayerns (KZVB) – ist weiter auf Erfolgskurs. Am 8. November wurde der Schulungskoffer, mit dem Zahnärzte Pflegepersonal zum Thema Mundhygiene bei Pflegebedürftigen schulen, mit dem zweiten Platz beim Präventionspreis „Patient und zahnärztliches Team – eine starke Allianz für die Mundgesundheit“ geehrt.

Verliehen wurde der Preis von der Bundeszahnärztekammer (BZÄK) und CP GABA im Rahmen des Deutschen Zahnärztetags in Frankfurt am Main. Die Auszeichnung ist Teil der gemeinsamen „Initiative für eine mundgesunde Zukunft in Deutschland“. Bei der Auswahl der Sieger war der unabhängigen Expertenjury vor allem wichtig, dass die Projekte praxisnah und ergebnisorientiert anwendbar sind.

„Wir freuen uns sehr über die Auszeichnung für unseren Schulungskoffer. Es ist schön zu sehen, dass ein am unmittelbaren Bedarf orientiertes Projekt so gewürdigt wird“, sagt Christian Berger, Präsident der BLZK und 1. Vorsitzender des Vorstands der KZVB. Dotiert ist der zweite Platz mit einem Preisgeld von 1.500 Euro. Es soll in das Projekt reinvestiert werden.
Die weiteren Gewinner des Präventionspreises


Den ersten Platz beim Präventionspreis belegten die Zahnärztin Houma Kustermann und die Gesundheitspädagogin Sybille van Os-Fingberg von der Zahnarztpraxis DENTROPIA in Rottweil, die gemeinsam das Praxiskonzept „Zahnmedizin plus Pädagogik“ entwickelt haben.

Der dritte Platz ging an die Zahnärzte Dominic Jäger und Dominik Niehues von „Die FachZahnarztPraxis“ in Geseke, die in ihrer Praxis eine Alten- und Behinderten-Spezialsprechstunde etabliert haben. Sie sind auch ein gutes Beispiel dafür, wie der Schulungskoffer in der Praxis Anwendung findet: Wie Jäger und Niehues bei der Preisverleihung berichteten, arbeiten sie schon seit Längerem gern und erfolgreich mit dem „Koffer voller Wissen“ von BLZK und KZVB.

Bildunterschrift: v.l.: Prof. Dr. Dietmar Oesterreich, Vizepräsident der BZÄK, Christian Berger, Präsident der BLZK und 1. Vorsitzender des Vorstands der KZVB, Nina Prell, Referat Patienten und Versorgungsforschung der BLZK, Isolde M. Th. Kohl, Leiterin des Geschäftsbereichs Kommunikation der BLZK, und Dr. Marianne Gräfin von Schmettow, CP GABA.



„Auf diesem Feld gibt es für die Zahnmedizin noch einiges zu tun“
Zahnmedizinisches Engagement in Medizinischen Zentren für Erwachsene mit Behinderung dringend erforderlich

Die Idee ist relativ jung aber dennoch hoch aktuell: Medizinische Zentren für die Behandlung von Erwachsenen mit Behinderung (MZEB) sollen dazu beitragen, die Betroffenen umfassend und angemessen zu betreuen. Unter der Leitung von Prof. Dr. Andreas Schulte (Uni Witten/Herdecke) stellte eine Session der Arbeitsgemeinschaft Zahnmedizin für Menschen mit Behinderung oder besonderem medizinischen Unterstützungsbedarf (AG ZMB) in der DGZMK unter dem Thema „Beteiligung der Zahnmedizin bei den Medizinischen Zentren für Erwachsene mit Behinderung“ im Rahmen des wissenschaftlichen Kongresses zum Deutschen Zahnärztetag 2019 die dringende Notwendigkeit solcher Zentren vor. „Auf diesem Feld gibt es für die Zahnmedizin noch einiges zu tun“, stellte Prof. Schulte heraus und ergänzte, dass die im ganzen Bundesgebiet entstehenden MZEB auf die Mitwirkung von Zahnärzten angewiesen sind.

Dr. Anne Bredel-Geissler, Leiterin eines MZEB in Mainz, referierte zunächst aus medizinischer Sicht, wie sehr komplexe Behinderungen, insbesondere in Kombination mit geistiger Behinderung, regelhaft eine Vielzahl von Beeinträchtigungen in großer Variationsbreite, Schwere und in unterschiedlicher Kombination aufweisen, die sich wechselseitig beeinflussen. Die üblichen Instrumente von Diagnostik und Therapie würden hier häufig versagen. Maßnahmen der täglichen Pflege benötigen Erfahrung und Zeit. Gerade die Zahnpflege bleibe aus unterschiedlichen Gründen oft unzureichend. Dr. Bredel-Geissler: „Die Prävalenz von Karies oder Parodontitis ist bei Menschen mit komplexen Behinderungen deutlich erhöht. Fehlende Mitteilungsmöglichkeiten führen oft zu atypischen Symptomen im Sinne problematischer Verhaltensweisen, die in Unkenntnis der Ursache durch pädagogische Maßnahmen oder Psychopharmaka therapiert werden.“

Sorgfältige Mundhygiene und regelmäßige zahnärztliche Untersuchungen seien also wesentliche Elemente für eine angemessene und zielführende Gesundheitsversorgung dieser Menschen. Die zahnärztliche Versorgung erfordert spezielle Kenntnisse der Behinderungsformen und Syndrome ebenso wie Erfahrung und Einfühlungsvermögen, wenn eine zielführende Behandlung gelingen solle.

Einblicke in diese Praxis gab San.-Rat Dr. Michael Rumpf. Der frühere Präsident der Landeszahnärztekammer Rheinland-Pfalz beschrieb die Behandlung von Menschen mit Behinderung im zahnärztlichen Alltag als eine besondere, aber interessante Herausforderung. Rumpf: „Die Behandlung schwerstbehinderter Menschen stellt uns vor große Probleme . Bei Erwachsenen ist durch die Einrichtung von medizinischen Zentren für die Behandlung von erwachsenen Behinderten ( MZEB ) nun eine neue Betreuungsform geschaffen worden.“ Eine zahnärztliche konsiliarische Tätigkeit in dieser Einrichtung zeige multiple Probleme einer nachhaltigen Versorgung auf. Dabei gehe es nicht nur um eine Lösung von Akutfällen, sondern um eine der UN-Behindertenrechtskonvention angepasste adäquate Versorgung dieser Patientenklientel. Dabei stünden Fragen wie die Mitwirkung von niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen bei der Behandlung im Wachzustand, in Sedierung oder in Vollnarkose im Mittelpunkt.

Eines wurde in seinem bildgestützten Vortrag besonders deutlich: ohne vorurteilsfreie Empathie und Zuwendung für diese Patienten ist eine Behandlung kaum möglich. Am Beispiel eines Patienten stellte Rumpf dar, wie sich über Vertrauensaufbau eine Basis für Behandlungen im Wachzustand schaffen lässt. Mit seiner Anwesenheit während der Session unterstrich auch der Präsident der Bundeszahnärztekammer (BZÄK), Dr. Peter Engel, die Bedeutung des Themas.

Bildunterschrift: Diskutierten gemeinsam das Thema MZEB: (v.l.) Dr. Gisela Goedicke-Padligur, Dr. Peter Engel, Prof. Dr. Andreas Schulte, San.Rat Dr. Michael Rumpf, Dr. Christian Junge und Dr. Anne Bredel-Geissler



Resistente Mikroben im Mund erforschen
Wie sich durch orale Desinfektionsmittel Resistenzen entwickeln, erforschen Wissenschaftler des Universitätsklinikums Freiburg gemeinsam mit Kollegen aus Regensburg / Rund 660.000 Euro Förderung durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft

Antibiotikaresistenzen wurden in den letzten zwei Jahrzehnten vielfach untersucht und öffentlich thematisiert. Deutlich weniger beachtet wurden dagegen Resistenzen gegenüber Antiseptika, lokal wirkenden Desinfektionsmitteln. Wie solche Resistenzen unter anderem beim Karies-Erreger Streptococcus mutans, entstehen und warum es dabei auch zu Antibiotikaresistenzen kommen kann, erforschen nun Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Klinik für Zahnerhaltungskunde und Parodontologie des Universitätsklinikums Freiburg und der Universität Regensburg. Dabei untersuchen sie an ausgewählten Bakterienarten und an Patientenproben, wie sich Mikrooganismen der Mundflora durch die Behandlung mit Chlorhexidin verändern, dem wichtigsten oralen Antiseptikum. Die Forscherinnen und Forscher erhalten für die nächsten drei Jahre eine gemeinsame Förderung in Höhe von 664.000 Euro von der Deutschen Forschungsgemeinschaft.

„Unser Ziel ist es, die Resistenzentwicklung oraler Bakterien gegen Chlorhexidin zu verstehen, sowohl auf Erbgut-Ebene wie auch in Bezug auf Veränderungen im Bakterien-Stoffwechsel“, sagt Prof. Dr. Ali Al-Ahmad, Leiter des Bereichs „Orale Mikrobiologie“ an der Klinik für Zahnerhaltungskunde und Parodontologie des Universitätsklinikums Freiburg. Er leitet das Projekt mit PD Dr. Fabian Cieplik, Oberarzt an der Poliklinik für Zahnerhaltung und Parodontologie der Universität Regensburg. Chlorhexidin gilt in der Zahnmedizin als wichtigstes Antiseptikum und wird dort vielfach angewendet. Auch in anderen medizinischen Bereichen findet das Antiseptikum intensiven Einsatz. „Eine der Fragen des Projekts ist, ob auch frei käufliche Mundspülungen auf Chlorhexidin-Basis zur Resistenzentwicklung beitragen können“, sagt Cieplik.

Sind Antibiotika-Resistenzen die Folge vom häufigen Einsatz von Chlorhexidin?

Ob Resistenzen gegen Chlorhexidin mit Resistenzen gegen Antibiotika einhergehen, sogenannten Kreuzresistenzen, soll von beiden Forschungsgruppen mit unterschiedlichen Verfahren untersucht werden. „In Zukunft könnten wir so gezielt entscheiden, wann ein Breitband-Antiseptikum eingesetzt werden muss und wann Alternativpräparate ausreichend sind“, erklärt Al-Ahmad.

Untersuchung von Proben intensiv behandelter Patienten

Außerdem wird mithilfe einer speziellen Erbgut-Untersuchung, der Shotgun-Metagenom-Analyse, geprüft, ob sich die Zusammensetzung der gesamten bakteriellen Mundflora gegenüber Chlorhexidin bei Patienten verändert, die aufgrund oralchirurgischer Maßnahmen das Antiseptikum über einen längeren Zeitraum anwenden müssen.

Bildunterschrift: Auch der Hauptverursacher von Karies, Streptococcus mutans, kann Resistenzen gegen das Antiseptikum Chlorhexidin bilden.